Natura-2000-Manager/in Deutschland:
„Lehrgang über Grundlagen, Ökologie und Management von europaweit geschützen Arten und Lebensraumtypen “




Prof. Dr. Stefan Brunzel
Fachhochschule Erfurt

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Vorlesungsmaterial / Slides

Artzahl / Urbanisierung Anteil Neophyten

Grundlagen der Ökologie

Der Begriff „Ökologie“ wurde das erste Mal von Haeckel im Jaher 1869 benutzt. Nach Haeckel betrachtet die Ökologie die Wechselbeziehungen von Organismen untereinander und zu ihrer Umwelt. Das Wort leitete sich vom griechischen Wort „oikos“ = „Wohnort“ ab (Nentwig et al. 2011). Die Ökologie ist im eigentlichen Sinne eine Naturwissenschaft, die in einem besonderen Verhältnis zum Naturschutz (~ angewandte Ökologie = engl.: applied ecology) steht: Die ökologische Wissenschaft liefert Daten und „objektive“ Erkenntnisse über die Natur und beschreibt damit den Naturzustand, sie bewertet ihn nicht. Die Bewertung des Naturzustandes, ob dieser also „gut“ oder „schlecht“ ist, ob eine Art gefährdet ist oder neu eingewanderte Arten (Neobiota) einheimische verdrängen, unternimmt auf Basis dieser Daten der Naturschutz und die Umweltplanung - damit der/die zukünftige/r Natura 2000-Manager/in, d.h., letztlich die Gesellschaft durch Gesetzgebung und freiwilliges Engagement.

In § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) wird u.a. ein strenger Schutz für Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie (=streng geschützte Arten) vorgeschrieben, der u.a. das Verbot einer „erheblichen“ Störung beinhaltet („…; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert.“ § 44 Abs. 1 Nr. 2). Das Störungsverbot schreibt also vor, dass bei jedem Umgang mit diesen sogenannten „planungsrelevanten“ Arten, bei jedem Eingriff in Natur und Landschaft erhebliche Störungen in Bezug auf diese Arten vermieden oder ausgeglichen werden müssen.

Für jede Art von Umgang mit Natura 2000 und den europäischen Naturschutzrichtlinien ist es daher unabdingbar, die Ökologie der Lebensraumtypen sowie der sogenannten „planungsrelevanten“ Arten der FFH-Anhänge zu berücksichtigen. Hierzu sind grundlegende ökologische Kenntnisse von Ökosystemen genauso nötig wie Kenntnisse zur speziellen Ökologie der Lebensraumtypen und Anhangs-Arten. Die speziellen Kenntnisse werden im Themenblock C vermittelt. Grundlegende, für Lebensräume und Arten relevante ökologische Kenntnisse werden in folgenden Themen vermittelt:

Nentwig, W., Bacher S., Brandl, R. (2017): Ökologie – kompakt. 4. Aufl. Springer Spektrum, Heidelberg.

Baur, B. (2021): Naturschutzbiologie. UTB-Band 5416, Haupt-Verlag, Bern.

Datum: 03.12.2022
Online: https://www.natura2000manager.de
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