Natura-2000-Manager/in Deutschland:
„Lehrgang über Grundlagen, Ökologie und Management von europaweit geschützen Arten und Lebensraumtypen “




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Vögel des Offenlandes

Das Natura 2000-Netz umfasst neben den FFH-Gebieten die Vogelschutzgebiete der EG-Vogelschutzrichtlinie (VSch-RL). Diese Schutzgebiete sind für Arten des Anhangs I der Vsch-RL und regelmäßige Zugvogelarten auszuweisen (Art. 4 Abs. 1 und 2 VSch-RL). Auf dem Anhang 1 der VSch-RL sind 193 Arten und Unterarten gelistet, wovon 110 Vogelarten in Deutschland vorkommen (vgl. BMUV 2022).

Rote Listen

Auf der ‚Roten Liste der Brutvögel Deutschlands‘ (Stand 2020) stehen 112 (43 %) der 259 in Deutschland heimischen regelmäßig brütenden Vogelarten. 14 Arten sind bereits ausgestorben, 33 vom Aussterben bedroht, 18 stark gefährdet, 24 gefährdet, 23 sind extrem selten und 21 Arten stehen auf der Vorwarnliste (vgl. DDA). Die Bestände sind zum Großteil weiterhin rückläufig (vgl. MPG 2021). Während die Arten der Waldlebensräume und Siedlungen zunehmen, gehen insbesondere die Arten des Offenlandes (z. B. Kiebitz, Rebhuhn), der Insektenfresser und der Zugvögel weiter zurück (vgl. MPG 2021).

Die ‚Rote Lister der Brutvögel Deutschland‘ wird durch die 2012 erstmalig veröffentlichte ‚Rote Liste wandernder Vogelarten Deutschlands’ ergänzt. Von 511 in Deutschland nachgewiesene Vogelarten wandern 305 Arten, Unterarten sowie biogeografische Populationen regelmäßig, hiervon sind 71 Einheiten (23 %) gefährdet: 16 sind vom Erlöschen bedroht, 26 sind stark gefährdet, 24 gefährdet und 5 sind extrem selten. Mit 31 Einheiten auf der Vorwarnliste haben circa 33,4 % der wandernden Vogelarten einen ungünstigen Erhaltungszustand. Besonders gefährdet sind Langstreckenzieher, sowie Arten der offenen Kulturlandschaft und der Küsten und Meere (vgl. Hüppop et al. 2013).

Gefährdungsursachen

Die Hauptursache für die Rückgänge von Arten liegt nach wie vor in der Intensivierung der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Lebensraumverlust oder der Lebensraumverschlechterung. Veränderte Anbauweisen, Pestizideinsatz und  Überdüngung verringern die Nahrungsgrundlagen und die generelle Habitateignung für Vögel. Zudem findet durch den Klimawandel eine zeitliche Verschiebung natürlicher Prozesse statt, wie Pflanzenwachstum, Verfügbarkeit von Nahrung wie z.B. Insekten und die Brutzeitpunkte von Vogelarten. Das kann zu einer Desynchronisation führen, in deren Folge die Vögel nicht genügend Nahrung zum Zeitpunkt ihrer Brut oder während ihrer Rast finden. Weitere Gefährdungsursachen sind Bejagung und Fang, Vogelschlag und Prädation, insbesondere durch gebietsfremde Säugetiere wie Waschbär (vgl. Hüppop et al. 2013, MPG 2017).

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Quellen

BMUV: Bundesministerium für Naturschutz, Umwelt, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (28.02.2022): Natura 2000. Abgerufen am 11.12.2022, verfügbar unter https://www.bmuv.de/themen/naturschutz-artenvielfalt/naturschutz-biologische-vielfalt/gebietsschutz-und-vernetzung/natura-2000

DDA: Dachverband Deutscher Avifaunisten (o. D.): Rote Liste der Brutvögel. 6. gesamtdeutsche Fassung. Abgerufen am 11.12.2022, verfügbar unter https://www.dda-web.de/voegel/rote-liste-brutvoegel

Hüppop, O., Bauer, H.-G., Haupt, H., Ryslavy, T., Südbeck, P. & Wahl, J. (2013): Rote Liste wandernder Vogelarten Deutschlands, 1. Fassung, 31.Dezember 2012. In: Berichte zum Vogelschutz. Band 49/50: S. 23 – 26.

MPG: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (22.06.2021): Rote Liste Brutvögel: Vogelsterben in Deutschland geht weiter. Abgerufen am 20.12.2022, verfügbar unter https://www.mpg.de/17068319/rote-liste-voegel-2020

MPG: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (16.05.2017): Rote Listen für mehr Vogelschutz. Abgerufen am 20.12.2022, verfügbar unter https://www.mpg.de/rote-liste-vogelschutz

Datum: 04.03.2024
Online: https://www.natura2000manager.de
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