natura2000 MANAGER Thüringen:
„Grundlagen, Ökologie und Management von Natura2000-Arten und -Lebensraumtypen in Thüringen“

Prof. Dr. Stefan Brunzel
Landschaftsarchitektur
Biologische Vielfalt /
Artenschutz

Fachhochschule Erfurt

Ansprechpartner

Prof. Dr. Stefan Brunzel
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Schotterbänke alpiner Flüsse mit Ufergehölzen der Lavendelweide
© Foto: R. Manderbach, www.deutschlands-natur.de

Alpine Flüsse mit Ufergehölzen der Lavendelweide

Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Salix elaeagnos. Natura2000 - Code: 3240

Die Lavendelweide (Salix eleagnos) wächst auf schotterreichen Ufern von natürlichen und naturnahen Flüssen der Alpen und des Alpenvorlandes. Dort findet man sie oft zusammen mit anderen Weidenarten, wie z.B. der Purpurweide.

Die Weidengebüsche sind oft wenige Meter hoch, können aber auch bei ausbleibenden Umlagerungen Baumhöhe erreichen. Der Schotteruntergrund ist in der Regel nicht sehr stark bewachsen.

Ufergehölze mit Lavendelweide sind in einen natürlichen Zyklus von Hochwasserereignisse mit Umlagerungen eingebettet. Meistens sind die ursprünglich pflanzenfreien Schotterflächen einmal durch ein natürliches Hochwasser mit Geschiebeumlagerungen entstanden und konnten durch die gut flugfähigen Weidensamen besiedelt werden.

Bleiben weitere Umlagerungen aus, können sich die Weidengebüsche entwickeln und die Lavendelweide entwickelt sich zu meterhohen Sträuchern. In diesem Stadium können nur starke Hochwasser wieder eine Umlagerung der Schotterbank bewirken und damit eine natürliche Verjüngung wieder zu gewährleisten. Der Zyklus beginnt dann von Neuem.

Beschreibende Pflanzenarten

Lavendel-Weide

Verbreitung

In Deutschland sind die alpinen Flüsse mit Lavendelweiden auf die Alpen und das Alpenvorland beschränkt, also in den Bundesländern Bayern und Baden Würtemberg.

Historisch weiter verbreitet an Wildflüssen mit natürlichen Schotterbänken, kommen sie heute wegen des Ausbaus der Alpenflüsse nur noch an wenigen Abschnitten alpiner Flüsse in Deutschland wie Isar, Halblech, Stillach und Breitach vor.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)

Gefährdung und Management

Hauptgefährdungsursache für Schotterbänke alpiner Flüsse mit Lavendel-Weiden-Ufergehölzen ist der Fließgewässerausbau mit Staustufen, Uferverbau und -befestigungen, Sohlverbau, Gewässerbegradigung sowie Stromgewinnung. Auch Wasserentnahmen, Eutrophierung und Sand- und Kiesabbau stellen Gefährdungen dar.

Für den Lebensraumtyp ist keine Pflege erforderlich. Es gilt die natürliche Fließgewässerdynamik uneingeschränkt zu erhalten. Jeder weitere Ausbau sollte angesichts der hohen historischen Verluste vermieden werden. Eine Entwicklung (z. B. Rückbau von Staustufen, Uferverbau) wäre sinnvoll, und würde den Hochwasserschutz an Unterläufen unterstützen.

Kartierhinweise

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Literatur

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Datum: 08.12.2019
Online: https://www.natura2000manager.de/oekologie/lebensraeume/suesswasser/alpine-fluesse-mit-ufergehoelzen-von-salix-eleagnos/
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