natura2000 MANAGER Thüringen:
„Grundlagen, Ökologie und Management von Natura2000-Arten und -Lebensraumtypen in Thüringen“

Prof. Dr. Stefan Brunzel
Landschaftsarchitektur
Biologische Vielfalt /
Artenschutz

Fachhochschule Erfurt

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Subarktische Weidengebüsche

Subarktisches Weidengebüsch. Natura2000 - Code: 4080

Zum Lebensraumtyp gehören europaweit subarktische und boreo-alpine Weidengebüsche v.a. in Nordeuropa, der Alpen, Pyrenäen, des Kantabrischen Gebirges und der Karpaten. In Deutschland kommt nur der sog. Eunis-Subtyp 31.6211 "alpigene niedrige Weidengebüsche" vor.
Es sind in Deutschland subalpine bis alpine kniehohe Weidengebüsche, dominiert von den Weiden-Arten Salix glabra, Salix hastata und/oder Salix waldsteiniana, teilweise auch Sorbus chamaemespilus oder Salix appendiculata in der Strauchschicht. Auf Sonderstandorten reicht der LRT in die montane Stufe herab, oft kleinräumig und/oder -standörtlich verzahnt mit subalpinen Hochstaudenbeständen, Grünerlen- oder Latschengebüschen.

Beschreibende Pflanzenarten

Verbreitung

Diese subalpinen bis alpinen Knieweidengebüsche wurden 2017 neu in die Liste der FFH-Lebensraumtypen Deutschlands aufgenommen. Sie kommen in Deutschland ausschließlich in der alpinen Region in den Naturräumen "Schwäbisch-Bayerische Voralpen (D67)" und "Nördliche Kalkalpen (D68)" in Bayern vor.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)

Gefährdung und Management

Eine Gefährdung kann durch intensive Beweidung und ggf. durch lokale Erschließungsprojekte z.B. für den Wintersport (Skianlagen, Skibetrieb) bestehen.

Bei primären Beständen z.B. in Lawinenrunsen oder auf flachgründigen Felsböden oberhalb der Waldgrenze ist keine Pflege erforderlich. Bestände auf Sekundärstandorten können durch eine sehr extensive Beweidung in mehrjährigen Zeitabständen mit Entfernung von Jungbäumen gepflegt werden.

Kartierhinweise

Die Abgrenzung erfolgt anhand von Dominanzbeständen (mindestens Deckung 4) der o.g. Weidenarten. Die Bestände sind oft kleinflächig mit  subalpinen Hochstaudenfluren (LRT 6430) und Grünerlen- oder Latschenbeständen verzahnt, und können dann als Komplex mit Schätzung der Deckungsanteile erfasst werden. Knieweidenbestände mit geringer Deckung der Weiden sind ggf. den subalpinen Hochstauden zuzuordnen.

Literatur

  • URL: BfN www.bfn.de/lrt/0316-typ4080.html
  • Oberdorfer, E. (Hrsg.) (1993): Süddeutsche Pflanzengesellschaften. Teil IV. Wälder und Gebüsche. G. Fischer, Jena. 862 S.
  • Ellenberg, H. & Leuschner, C. (2010): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. 6. Aufl. Ulmer Stuttgart. 1357 S.
  • Wilmanns, O (1998): Ökologische Pflanzensoziologie. 6. Aufl. UTB. 405 S.

Datum: 08.12.2019
Online: https://www.natura2000manager.de/oekologie/lebensraeume/heide-und-buschvegetation/subarktisches-weidengebuesch/
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