natura2000 MANAGER Thüringen:
„Grundlagen, Ökologie und Management von Natura2000-Arten und -Lebensraumtypen in Thüringen“

Prof. Dr. Stefan Brunzel
Landschaftsarchitektur
Biologische Vielfalt /
Artenschutz

Fachhochschule Erfurt

Ansprechpartner

Prof. Dr. Stefan Brunzel
0361 / 6 700 296
Dr. Martin Sommer
0981 / 1800 99 0
Alpines und subalpines Grasland auf basischem Gestein
© Foto: R. Manderbach, www.deutschlands-natur.de

Alpine und subalpine Kalkrasen

Alpine und subalpine Kalkrasen. Natura2000 - Code: 6170

Der Lebensraumtyp umfasst natürliche und naturnahe Rasen auf Kalkuntergrund oberhalb der Waldgrenze. Dazu gehören natürliche und naturnahe alpine und subalpine Rasen auf Kalkuntergrund. Dies sind v.a. Rostseggenrasen (Caricion ferrugineae) auf tiefgründigen Böden, alpine Blaugrasrasen (Seslerion variae) auf flachgründigen Kalksteinböden und an den windgefegten Graten die Nacktriedrasen (Elynetalia) und Übergänge zu basischen Schneetälchen (Arabidetalia caeruleae). Diese treten auf basenreichen Grund meist kleinflächig in Mulden im Komplex mit anderen Typen auf und gehören mit zum Lebensraumtyp.

Beschreibende Pflanzenarten

HufeisenkleeBrand-KnabenkrautDuft-HändelwurzGroße HändelwurzGrüne HohlzungeRote KugelorchisRotes KohlröschenZwergorchis

Verbreitung

Subalpine und alpine Kalkrasen sind in Deutschland natürlicherweise auf die nördlichen Kalkalpen und die "schwäbisch-bayerischen Voralpen" beschränkt: Berchtesgadener Alpen, Chiemgauer Alpen, Werdenfelser Land, Mangfallgebirge, Karwendel, Ammergebirge, Allgäuer Hochalpen).

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)

Gefährdung und Management

Hauptgefährdungen für den Lebensraumtyp sind neben Nährstoffeinträgen die intensive touristische Nutzung durch Skisport, Wandern, Mountainbiken und Bergsteigen (Trittbelastung) und die Intensivierung der Hochlagenbeweidung.

Zum Schutz des Lebensraumtyps sollte die touristische Nutzung der Flächen durch geeignete Managementmaßnahmen so geregelt werden, dass negative Einflüsse möglichst ausgeschlossen werden. Die Beweidung dieses hochgelegenen Grünlandes sollte nur extensiv erfolgen.

Kartierhinweise

Abgrenzungskriterium ist das Vorkommen von Vegetation der aufgeführten Syntaxa. Bestände mit nennenswerten Anteilen an Sträuchern oder Zwergsträuchern sind ggf. zu den Lebensraumtypen Heiden der subalpinen bis alpinen Stufe (LRT 4060) bzw. Gebüsche und Krummholz der subalpinen Stufe mit Latsche (Pinus mugo) oder Behaarter Alpenrose (Rhododendron hirsutum) (LRT 4070) zu stellen.

Literatur

  • URL: BfN www.bfn.de/lrt/0316-typ6170.html
  • Oberdorfer, E. (Hrsg.) (1993): Süddeutsche Pflanzengesellschaften Teil II., Sand- und Trockenrasen, Heide- und Borstgrasgesellschaften, alpine Magerrasen, Saum-Gesellschaften, Schlag- und Hochstauden-Fluren. 3. Aufl. G. Fischer, Jena. 355 S.
  • Ellenberg, H. & Leuschner, C. (2010): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. 6. Aufl. Ulmer Stuttgart. 1357 S.
  • Wilmanns, O (1998): Ökologische Pflanzensoziologie. 6. Aufl. UTB. 405 S.

Datum: 08.12.2019
Online: https://www.natura2000manager.de/oekologie/lebensraeume/grasland/alpine-und-subalpine-kalkrasen/
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