natura2000 MANAGER Thüringen:
„Grundlagen, Ökologie und Management von Natura2000-Arten und -Lebensraumtypen in Thüringen“

Prof. Dr. Stefan Brunzel
Landschaftsarchitektur
Biologische Vielfalt /
Artenschutz

Fachhochschule Erfurt

Ansprechpartner

Dr. Martin Sommer
0911 / 9773 1418
Sebastian König
0361 / 64 417 070

Natura 2000 und Landwirtschaft

Ein Fünftel der Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie in Deutschland sind naturnahe Grünlandbiotope. Diese Biotope sind durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung entstanden und können nur durch Nutzung in einem naturschutzfachlich wertvollen Zustand erhalten werden. Darunter befinden sich die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas mit einem Großteil gefährdeter Tier- und Pflanzenarten der Roten Listen sowie Arten der Anhänge der FFH- und der Vogelschutzrichtlinie. Diese Lebensräume sind daher von größter Bedeutung für den Naturschutz, und für deren Erhalt und damit auch für den Erhalt der Arten ist die extensive landwirtschaftliche Nutzung unerlässlich.

Leider steht die Landwirtschaft seit einigen Jahrzehnten unter einem immer noch stärker werdenden Rationalisierungsdruck hin zu hochintensiven, agrarindustriellen Produktionsformen. Dies hat nicht nur viele kleine bis mittlere Betriebe ihre wirtschaftliche Existenz gekostet, sondern bedroht auch den Charakter einer jahrhundertealten Kulturlandschaft. Vor allem aber ist diese hochintensive, industrielle Agrarproduktion hauptverantwortlich für den Rückgang der Artenvielfalt in der Feldflur, die Reduktion der Biomasse dort lebender Insektengemeinschaften sowie die Belastung der Böden und des Grundwassers mit Pestiziden und Stickstoffverbindungen.

Vermittlung von landwirtschaftlicher Kompetenz im Natura2000-Manager

Der Erhalt der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen und die Veränderung der Landwirtschaft hin zu für Mensch und Umwelt nachhaltigen Produktionsformen gelingt vor allem in Partnerschaft mit der Landwirtschaft. Um hier Landnutzer nicht mit ideologischen, kaum umsetzbaren Konzepten gegenüber zu treten, ist es wichtig, über betriebsökonomische Zwänge landwirtschaftlicher Unternehmen wie:

  • Beihilfsfähigkeit von Flächen (Betriebsprämie),
  • Greening,
  • Cross-Compliance,
  • Betriebsökonomie im Allgemeinen,

Bescheid zu wissen. Um darüber hinaus zu verstehen, warum die Landwirtschaft einen so großen Einfluss auf die Artenvielfalt hat, nimmt die Geschichte unserer Kulturlandschaft breiten Raum ein.

Naturschutz in der Landwirtschaft: Agrarumweltmaßnahmen

Neben der sogenannten ersten Säule der Agrarförderung spielt für den Natur- und Artenschutz vor allem die zweite Säule der Agrarförderung eine tragende Rolle. Über dieses Instrument der Landwirtschaftsförderung können Maßnahmen für den Naturschutz umgesetzt werden. Agrarumweltmaßnahmen sind jedoch mit zahlreichen Herausforderungen an alle Beteiligten verbunden. Daher werden die Rahmenbedingungen dieser Maßnahmen genauer betrachtet. Ebenfalls werden weitere Möglichkeiten von Naturschutzmaßnahmen im Rahmen landwirtschaftlicher Betriebsabläufe thematisiert (Produktionsintegrierte Kompensation, Landschaftspflege, etc.).

Hier finden Sie demnächst weitere Informationen zu diesem Thema

Datum: 19.09.2018
Online: https://www.natura2000manager.de/natura2000-landwirtschaft/
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