natura2000 MANAGER ThĂŒringen:
„Grundlagen, Ökologie und Management von Natura2000-Arten und -Lebensraumtypen in ThĂŒringen“

Prof. Dr. Stefan Brunzel
Landschaftsarchitektur
Biologische Vielfalt /
Artenschutz

Fachhochschule Erfurt

Ansprechpartner

Prof. Dr. Stefan Brunzel
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Natura 2000 Erhaltungsziele

FĂŒr die Natura 2000-Gebiete (FFH- und Vogelschutzgebiete) wurden bei der Meldung durch die jeweiligen LĂ€nder sog. Erhaltungsziele definiert.

Diese Erhaltungsziele beschreiben die Maßnahmen, mit denen im jeweiligen Gebiet die dort vorkommenden und im sog. „Standarddatenbogen“ erfassten Arten des Anhangs II und Lebensraumtypen des Anhangs I erhalten werden sollen bzw. in welche Richtung sie entwickelt werden sollen.

Die Erhaltungsziele eines Natura 2000-Gebietes sind damit rechtlich verbindliche Vorgaben, die durch folgende Rechtsgrundlagen geregelt werden:

  • Sie sind die BezugsgrĂ¶ĂŸe fĂŒr das allgemeine Verschlechterungsverbot in Natura 2000-Gebieten gemĂ€ĂŸ § 33 Abs. 1 Satz 1 BNatSchG.
  • Bei einer Unterschutzstellung eines Natura 2000-Gebietes als Schutzgebiet nach nationalem Recht gemĂ€ĂŸ § 20 Abs. 2 BNatSchG sind die Erhaltungsziele die Grundlage, aus der sich der Schutzzweck ergibt (vgl. § 32 Abs. 2 und 3 BNatSchG).
  • FĂŒr PlĂ€ne (z.B. einen Bebauungsplan) oder Projekte (z.B. Straßenplanung oder jegliche andere Eingriffe), die einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen PlĂ€nen oder Projekten ein Natura 2000-Gebiet erheblich beeintrĂ€chtigen können, schreibt Art. 6 Abs. 3 der FFH-Richtlinie bzw. § 34 des Bundesnaturschutzgesetzes die PrĂŒfung der VertrĂ€glichkeit dieses Projektes oder Planes mit den festgelegten Erhaltungszielen des betreffenden Gebietes vor. Es muss also ein "VertrĂ€glichkeitsgutachten" erstellt werden.

PrĂŒfung der VertrĂ€glichkeit:

In der Praxis bedeutet die PrĂŒfung der VertrĂ€glichkeit eines „Projekts“, also eines Eingriffs in ein Natura 2000-Gebiet eine zweistufige PrĂŒfung:

  1. VertrĂ€glichkeitsabschĂ€tzung: geprĂŒft wird, ob das geplante Projekt in der Lage ist, Schutzzweck bzw. Erhaltungsziele des Gebietes zu beeintrĂ€chtigen. Diese VorabschĂ€tzung wird i.d.R. durch die genehmigende Behörde, meist jedoch durch die Untere oder Höhere/Obere Naturschutzbehörde durchgefĂŒhrt. Ergibt die AbschĂ€tzung, dass eine BeeintrĂ€chtigung nicht ausgeschlossen werden kann, wird i.d.R. eine
  2. VertrĂ€glichkeitsprĂŒfung gefordert (meist „FFH-VP“ abgekĂŒrzt), die der Eingriffsverursacher erstellen (lassen) muss und die anschließend von der Genehmigungsbehörde bzw. den Naturschutzbehörden geprĂŒft wird. Darin wird dargelegt, wie die einzelnen SchutzgegenstĂ€nde (Anhang II-Arten, Anhang I-LRTs, Erhaltungsziele) beeintrĂ€chtigt werden, wie der Eingriff in der Kumulationswirkung mit anderen Eingriffen in das Gebiet wirkt und wie bei erheblicher BeeintrĂ€chtigung durch geeignete Maßnahmen diese BeeintrĂ€chtigung gemindert bzw. vermieden werden kann.

Im Folgenden finden sich beispielhaft einige Links zu Webadressen, auf denen Erhaltungsziele fĂŒr FFH-Gebiete in den BundeslĂ€ndern abgerufen werden können:

Datum: 23.05.2019
Online: https://www.natura2000manager.de/grundlagen-natura2000/erhaltungsziele/
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